Staatsregierung muss sich gegen Fehlentscheidungen der Bahn engagieren – Sachsen wird immer mehr abgehängt
Es sieht zunächst nur wie ein Zufall aus, dass die Verkündung der Bahn, den Sachsen-Franken-Express ab 2013 einzustellen, und die Veröffentlichung von Verkehrswissenschaftlern der TU Dresden zur Erreichbarkeit deutscher Großstädte mit der Bahn so eng zusammen fallen.
Allerdings legt der eine Fakt für den anderen Sachverhalt Zeugnis ab. Die Deutsche Bahn will sich zunehmend auf den prosperierenden Westen konzentrieren und zieht sich Schritt für Schritt aus dem Osten zurück.
Dabei gehen alle Rudimente einer sinnvollen Bahn-Integration von schienengebundenem Personenfernverkehr und Nahverkehr verloren. Mit dem durch den Bundeskonzern angekündigten Rückzug auf der Sachen-Franken-Magistrale bleiben als echte Fernverkehrsverbindungen nur noch die ebenfalls ausgedünnten ICE-Destinationen Leipzig und Dresden in Sachsen übrig. Und auch hier legt die Bahn bereits Hand an und wird die ICE-Verbindungen über Leipzig weiter zurückfahren.
Es wird Zeit, dass Sachsens Staatsregierung all das sich selbst zugeschriebene politische Gewicht im Bund in die Waagschale wirft, um diese verkehrspolitischen Fehlentscheidungen zu verhindern bzw. zu revidieren. Nicht nur Leipzig und Dresden, auch Sachsens Südwesten, das industrielle Herz des Freistaates, muss wieder sinnvoll an das Personen-Fernbahnnetz angebunden werden. Die Entscheidungen der Deutschen Bahn sind nicht hinnehmbar.
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